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Branchenübersicht

Handel, Verkaufs- und Servicestätten

In Deutschland gibt es rund 461.000 Einzelhandelseinheiten. Darunter z.B. über 6.500 Märkte, über 51.000 Lebensmittelgeschäfte, etc. Einkaufen kann zum Ärgernis werden, etwa durch enge und schwer zu öffnende Eingangstüren, grelles Licht, rutschige Böden, hohe Regale, schlecht lesbare Preisauszeichnungen und Kassenbons oder mangelnden Service. Nicht immer lassen sich Barrieren einfach abstellen. Aber häufig haben sich Einzelhändler nicht oder nicht hinreichend mit der Situation aller Kunden befasst. Es besteht kein Zielkonflikt inerhalb der Kundengruppen – denn wer auf die Einschränkungen einzelner Verbrauchergruppen eingeht, tut grundsätzlich Gutes für alle Kundinnen und Kunden.

Öffentlich zugängliche Gebäude

Bau und Betrieb von Verwaltungsgebäuden bzw. Bürogebäuden (z.B. Rathaus, Verwaltungsgebäude) sind zur Erfüllung vieler kommunaler Aufgaben notwendig. Es existieren in Deutschland 23.100 kommunale Verwaltungsgebäude mit einer Bruttogrundfläche von 20,33 Mio. m². Laut Angaben von Städten und Gemeinden sind 38 Prozent der Verwaltungsgebäude nicht barrierefrei. Am Ende des 3. Quartals 2013 gab es in Deutschland 11.418 Gemeinden und gemeindefreie Gebiete.

Kulturangebote und Sehenswürdigkeiten

Vom Kölner Dom bis zur Blauen Moschee. Die demografische Entwicklung hat Auswirkungen auf die Besucherzahlen und die Publikumsstrukturen von kulturellen Einrichtungen. Die Nachfrage wird aber nicht nur durch deren Interesse bestimmt, sondern auch durch ihren Gesundheitszustand und ihre finanziellen Möglichkeiten. Zudem wird ihre Nachfrage durch eine gute Erreichbarkeit kultureller Einrichtungen beeinflusst. In Deutschland gibt es 3.900 Museen, 2.100 Bibliotheken und 160 Theater/Orchester/Festspielstätten in kommunaler oder freigemeinnütziger Trägerschaft. 38% der kommunalen Kultureinrichtungen sind nicht barrierefrei.

Wohnungswirtschaft

Schon jetzt fehlt barrierefreier Wohnraum. Die demografische Entwicklung erfordert eine bedarfsorientierte Ausweitung an barrierefreiem Wohnraum, der Allen ermöglicht, möglichst lange selbständig in der eigenen Wohnung zu verbleiben und so teure und oft unerwünschte Heimunterkünfte zu vermeiden. Bereits heute kann der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum nicht gedeckt werden. Bis zum Jahr 2030 wird der Bedarf an barrierefreien Wohnungen von heute 2,5 Mio. auf voraussichtlich 3,6 Mio. barrierefreie Wohnungen ansteigen. Der Investitionsbedarf für die Anpassung und Umsetzung barrierefreier Anforderungen im Wohnungsbau bis 2030 beträgt laut DIFU (Deutsches Institut für Urbanistik) rund 21 Mrd. Euro.

Tourismus

Hotel und Gastronomie. Eine BMWI-Studie aus dem Jahr 2003 beziffert alleine in Deutschland das nicht genutzte Potential des Tourismus aufgrund fehlender Barrierefreiheit auf jährlich rund 2,5 Mrd. Euro. Nun sollte man denken, dass sich diese Zahl mehr als ein Jahrzehnt später deutlich verringert hat. Leider nicht wirklich. In Deutschland sind etwa 37 Prozent der behinderten Menschen aufgrund mangelnder zugänglicher Einrichtungen in der Vergangenheit nicht gereist. Jedoch würden 48 Prozent häufiger reisen, wenn geeignete Angebote zur Verfügung stünden. 60 Prozent wären sogar bereit, höhere Reisekosten für eine bessere Zugänglichkeit zu zahlen. (Quelle: ENAT-European Network für Accessible tourism, 2014)

Verkehr

Luft, Wasser, Schiene und Straße. Ältere Menschen, neben den Schülern wichtigstes Kundensegment des ÖPNV, nehmen zahlenmäßig zu und Schülerzahlen ab. Zu beachten sind steigende Mobilitätskosten bei sinkenden bzw. stagnierenden Mobilitätsbudgets. Die aktuelle Situation: Laut PRO BAHN werden von 12.500 Bahnsteigen ca. 1.800 (14%) als barrierefrei eingestuft. Laut Deutsche Bahn sind etwa 3.800 (70%) von 5.400 Bahnhöfen barrierefrei zugänglich. Der VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) geht davon aus, dass ca.70% der deutschlandweiten 8.000 bis 9.000 BOStrab-Haltestellen barrierefrei sind. (also ca. 2.400 bis 2.700 nicht barrierefrei). Der VDV schätzt außerdem, dass höchstens jede dritte der 200.000 Bushaltestellen barrierefrei ist (Ausbauzustand: In Mittel bzw. Großstädten sind 60-80%, in Kleinstädten 40-60% und in ländlichen Gemeinden 20-30% barrierefrei).

Gesundheit

Von einer flächendeckenden barrierefreien medizinischen Versorgung ist Deutschland noch immer weit entfernt. Laut Erhebungen der Stiftung Gesundheit hat nur rund ein Drittel aller Arztpraxen in Deutschland überhaupt Vorkehrungen der Barrierefreiheit implementiert. Oft wird dabei jedoch nur ein Aspekt der Barrierefreiheit geboten, zum Beispiel durch das Vorhandensein eines Fahrstuhls. Rund zwei Drittel, also 152.000 niedergelassene Ärzte, haben erklärtermaßen keinerlei entsprechende Vorkehrungen der Barrierefreiheit in ihren Praxisräumen. Pro Jahr lassen sich in Deutschland rund 10.000 Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten neu nieder. 8.000 weitere Mediziner verlegen den Praxis-Standort und tausende unterziehen ihre Arztpraxis Umbaumaßnahmen.

Sportstätten & -anlagen

Breitensport in Deutschland. In Deutschland existieren 33.000 Sporthallen, 1.350 Bäder, 28.500 ungedeckte Anlagen/Umkleidegebäude in kommunaler oder freigemeinnütziger Trägerschaft. Ihre Bruttogrundfläche beträgt 36,3 Mio. m² bzw. 4,75 Mio. m² bzw. 7,13 Mio. m². Laut DIFU sind 30% der Einrichtungen nicht barrierefrei. Bei Sporthallen muss eine Fläche von 10,93 Mio. m², bei Bädern eine Fläche von 1,43 Mio. m² und bei ungedeckten Anlagen/ Umkleidegebäuden eine Fläche von 2,15 Mio. m² barrierefrei umgebaut werden. Für den Neubaubedarf ergibt sich, dass bis 2030 16,95 Mio. m² Sporthallen, 1,97 Mio. m² Bäder und 1,13 Mio. m² ungedeckte Anlagen/ Umkleidegebäuden gebaut werden müssen. 90% der Sporthallen sind kommunal und 10% in freigemeinnütziger Trägerschaft. Von den Bädern sind 93,7% und von den ungedeckten Anlagen/ Gebäuden sind 68,9% in kommunaler Trägerschaft.

Veranstaltungsstätten

Musical, Theater, Messe und Co. Kongresse, Tagungen und Events haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor mit vergleichsweise guten Zukunftsperspektiven entwickelt. Laut GCB e.V. (German Convention Bureau) fanden in Deutschland 2012 2,97 Millionen Veranstaltungen mit 362 Millionen Teilnehmern statt. Deutschland nimmt damit derzeit die Spitzenposition in Europa ein und rangiert weltweit hinter den USA auf Platz zwei. Es ist trotz dieser guten Position Deutschlands wichtig, sich mit der Zukunft zu beschäftigen, damit dieser Spitzenrang auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten gesichert bleibt.

Freizeit

Die wichtigste Zeit des Tagesablaufes. Freizeit ist die Zeit, die einem Menschen zur freien Verfügung steht; also Zeit, die nicht auf Tätigkeiten wie Erwerbsarbeit, Studium oder Hausarbeit verwendet wird. 2009 beliefen sich die Ausgaben für Freizeit und Unterhaltung in Deutschland auf 125 Milliarden Euro. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu den Ausgaben der Haushalte für Freizeit und Unterhaltung gab 2008 jeder Haushalt 255 Euro pro Monat für die Freizeitgestaltung aus. Es gibt ca. 1,3 Mio. Anbieter, Anlagen und Einrichtungen für die Freizeit. Davon gehört der größere Teil dem Dienstleistungssektor an.

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